Barbara Riedel ist eine echte digitale Nomadin und leidenschaftliche Travellerin und erzählt uns im Interview von ihrem Blog barbaralicious.com.

Bitte stell dich und deinen Blog kurz vor

Hallo, ich heiße Barbara, bin 28 Jahre alt und arbeite als Übersetzerin und Bloggerin ortsunabhängig aus der ganzen Welt. Momentan bin ich auf einer hübschen, kleinen Insel in Thailand. Auf meinem Blog schreibe ich in erster Linie über meine Reisen und langfristig soll es noch stärker um die Frage gehen, wie man Reisen und Arbeiten verbinden kann.

Wie lange bloggst du schon und was motiviert dich?

Ich habe im Dezember 2013 just for fun einen Blog angefangen. Ein Freund meinte, ich schreibe so gerne und so gut und ich solle mein Talent nicht vergeuden. Dabei habe ich dann gemerkt, dass ich am liebsten über meine Reisen schreibe. Nach und nach habe ich dann im Hintergrund einen professionellen Blog aufgezogen, den ich dann im Oktober 2014 gelauncht habe. Das war die beste Entscheidung meines Lebens. Am Anfang war meine Motivation, wie gesagt, einfach nur zu schreiben. Mittlerweile erreiche ich aber so viele Menschen und bekomme so viel positives Feedback, dass ich jetzt nicht nur für mich, sondern auch für meine Leser schreibe.

Gab es auch Momente in denen du deine Motivation verloren hast und Zweifel an deinem Blog hattest?

Ich zweifle ständig an mir! Alle halten mich für super selbstbewusst und nach außen bin ich das auch. Aber in mir drin zweifle ich an allem, was ich tue. Aber da schreiben für mich auch ein Ventil ist und immer war, habe ich nie darüber nachgedacht, mit dem Bloggen ganz aufzuhören. Manchmal hat man so Tage, an denen die Motivation fehlt. Aber deswegen ist man ja auch sein eigener Herr und kann dann mal einen Tag Pause machen. In kreativen Berufen ist das immer so ein Problem. Dafür gibt es dann auch diese Tage, wo es einfach nur so läuft.

Wie wichtig ist dir die Interaktion mit deinen Lesern?

Unheimlich wichtig! Sie zeigen mir, ob ich in die richtige Richtung gehe. Ich habe vor kurzem eine Anfrage auf meinem privaten Profil von einem meiner Twitter-Follower bei facebook gehabt. Natürlich habe ich ihn nicht erkannt. Wir hatten keine gemeinsamen Freunde, also habe ich die Anfrage ignoriert. Nach zwei Wochen schrieb er mich an. Ich fügte ihn hinzu und wir fingen an zu chatten. Im Verlauf des Gesprächs sagte er dann, dass er den Account eigentlich dicht gemacht hatte und ihn nur wieder reaktiviert hat, um mir folgen zu können. Ich sei authentisch und ehrlich. Das ging runter wie Öl! Zweimal habe ich sogar Leser von mir getroffen: einmal in Rio und dann nochmal in Bangkok. Ich finde es schön, wenn sie sich bei mir melden, mir sagen, dass sie gerade da sind, wo ich bin und man sich kennenlernen kann!

Wie lange hat es gedauert bis du deine ersten 1.000 Leser hattest und was ist das für ein Gefühl täglich so viele Menschen zu erreichen?

Also bei dem Blog, mit dem ich angefangen habe, hat es ewig gedauert. Da hatte ich ja nur ein paar Freunde, die mir gefolgt sind. Wahrscheinlich so 7 Monate… Aber nach meinem Relaunch im Oktober hatte ich die ersten 1000 Besucher, glaube ich, in der ersten Woche. Das ist natürlich ein unglaubliches Gefühl. Ich kann es manchmal selbst nicht fassen.

Warst du schon Mal auf einem Blogger-Treffen, was hältst du von solchen Events?

Hmm, also ich war auf der DNX – der ersten Konferenz für digitale Nomaden. Da hat fast jeder einen Blog. Aber das Blog-Business steht da nicht im Mittelpunkt. Bei der DNX könnte man fast das Gefühl bekommen, dass das eine Sekte ist (ist übrigens bei Zumba(R) nicht viel anders – ich bin auch Zumba(R) Instructor). Für mich war das dort ein richtiger Kick, Motivation pur, und hat mir bestätigt, dass das der Weg ist, den ich gehen möchte und dass ich eine digitale Nomadin bin. Sonst habe ich keine weiteren Events besucht.

Zur Zeit bist du auf großer Weltreise. Gibt es bestimmte Orte unterwegs, an denen du besonders kreativ im Schreiben bist?

Ich schreibe definitiv am Strand in einer Beach Bar mit einer Kokosnuss vor mir oder auch am Pool besser, als wenn ich in einem dunklen Zimmer bin. Zum Glück bin ich nicht so die Wasserratte, sodass ich nicht die ganze Zeit ins Wasser springen möchte. Ich suche mir mein Plätzchen im Schatten mit einem schönen Blick aufs Meer und kann so stundenlang schreiben. Ein einziger kurzer Blick nach oben zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen und lässt immer wieder neue Ideen in mir keimen.

Was ist deiner Erfahrung nach das Beste und was ist das Schwierigste am Bloggen, während man auf Reisen ist?

Das Beste für mich ist auf jeden Fall, dass ich fast täglich neuen Input zum Schreiben bekomme. Und das Schwierigste ist die Internetverbindung. Wir Blogger bzw. allgemein digitale Nomaden sind natürlich vom Internet abhängig. Es ist enorm Nerven aufreibend, wenn die Verbindung so schlecht ist, dass das Hochladen eines zwei Minuten langen Videos drei Stunden dauert oder eines Fotos bei facebook schon fünf Minuten…

Die Frage die alle interessiert: verdienst du auch Geld mit deinem Blog?

Ja, seit meinem Relaunch im Oktober habe ich Affiliate-Links auf meinem Blog, mit denen ich ein paar Euros dazu verdiene. Auch einen sponsored Post habe ich geschrieben. Aber das ist leider nur Taschengeld und selbst, wenn ich alle Einnahmen der letzten acht Monate zusammenlegen würde, wäre es nicht genug, um einen Monat davon zu leben – nicht mal hier in Thailand. Aber wer weiß… Was nicht ist, kann ja noch werden!

Dein Rat für Blogger-Neulinge?

Macht euch Freunde in der Blogger-Szene! Erstens kann man dann die erfahrenen Kollegen auch mal um Rat fragen. Und zweitens kommt man so an Gastbeiträge, Blogparaden oder Interviews ran. All das bringt mehr Reichweite und die aufzubauen, ist die Krux in unserem Geschäft. Als Selbstständiger gibt es meiner Meinung nach fast nichts wichtigeres als Networking.