Diesmal haben wir eine kleine Premiere: das erste Mal, dass wir über einen Foodblogger berichten, der sich mit veganen Rezepten beschäftigt. Es handelt sich um veganerezepte.eu auf der Dominik viele leckere Rezepte veröffentlicht hat und sich nun die Zeit genommen hat, unsere Fragen zu beantworten.

Bitte stell dich und deinen Blog kurz vor

Mein Name ist Dominik und ich bin 34. Mein Blog dreht sich in erster Linie um vegane Rezepte, aber auch um allgemeine Gesundheitsthemen und alles, was mich so interessiert.

Wie lange bloggst du schon und was motiviert dich?

Angefangen habe ich im Dezember 2013. Damals hatte ich starke gesundheitliche Probleme und wollte eine rein pflanzliche Ernährung ausprobieren, nachdem ich bereits ein Jahr Vegetarier war. Der Blog sollte als eine Art Tagebuch dienen und eigentlich wollte ich schon immer eine eigene Rezeptseite betreiben, da ich so gut wie jeden Tag in der Küche stehe und koche. Für mich ist das eine Art von Entspannung. Von daher war das eine ganz gute Gelegenheit zu beginnen.

Gab es auch Momente in denen du deine Motivation verloren hast und Zweifel an deinem Blog hattest?

Eigentlich nicht wirklich. Anfangs wuchsen die Besucherzahlen deutlich schneller, sodass ich zwischenzeitlich etwas Zweifel hatte, ob ich alles richtig mache. Aktuell ernährt sich das Eichhörnchen halt wieder etwas mühsam und der Blog wächst nur recht langsam. Das macht aber nichts und ich lasse mich davon nicht entmutigen. Die netten Kommentare und Mails meiner Leser sind mittlerweile Motivation genug.

Was hat dich dazu gebracht, mit dem Bloggen anzufangen?

Wie bereits gesagt, hatte ich ursprünglich gesundheitliche Probleme. Die Besuche beim Arzt haben mir leider nicht geholfen, sodass ich zumindest dort etwas selber tun musste, wo ich die Möglichkeiten hatte. Das war dann im Endeffekt die Ernährung. In der Anfangsphase habe ich mir dann auch massenweise Dokumentationen und Bücher zu Gemüte geführt. Dadurch entwickelte sich nachträglich auch eine ethische Basis für eine pflanzliche Ernährung. Dennoch würde ich von mir selber nie sagen, dass ich Veganer bin. Dafür bin ich auswärts manchmal dann doch zu inkonsequent. Fleisch würde aber nie auf meinem Teller landen. Auch Leder landet bei mir nicht mehr im Warenkorb.

Hast du deinen Blog alleine eingerichtet oder hattest du technische Unterstützung?

Ich habe schon immer viel mit Computern gearbeitet und früher auch selber meine Rechner gebaut und mit Software bespielt. Das fing damals mit einem 386er an, den die meisten vielleicht gar nicht mehr kennen. Außerdem bin ich hauptberuflich im Online Marketing tätig. Von daher waren WordPress und der Rest keine große Herausforderung. Was ich nicht wusste, habe ich mir relativ flott angeeignet.

Hattest du am Anfang ein Konzept oder hast du einfach drauf losgeschrieben?

Bei Rezepten reicht es meist, wenn man einfach anfängt und schaut, wohin die Reise geht. Das war zumindest mein Eindruck. Das ist einfach ein Thema, das fast jeden interessiert und keine Nische ist. Entsprechend groß ist natürlich auch die Konkurrenz.

Wie wichtig ist dir die Interaktion mit deinen Lesern?

Zu Beginn war ich in Bezug auf Social Media etwas faul. Aber gerade dort kann häufig eine Stammleserschaft generiert werden, die auch gerne in den Dialog mit dir als Blogger tritt. Es könnte also etwas mehr sein, aber in Summe motiviert mich diese Interaktion mittlerweile am meisten. Ich freue mich total, wenn mir jemand eine nette E-Mail schreibt, oder meine Gerichte nachkocht und dann ein Foto davon postet. Dafür mache ich diesen Blog eigentlich. Um anderen einen kleinen Mehrwert zu liefern.

Wie lange hat es gedauert bis du deine ersten 1.000 Leser hattest und was ist das für ein Gefühl täglich so viele Menschen zu erreichen?

Das hat gar nicht so lange gedauert. Vielleicht 4-5 Monate in etwa. In erster Linie sind es ja eigentlich nur Zahlen, sodass man dem Ganzen eigentlich keine richtige Wertigkeit zuordnen kann. Real wird es erst, wenn die Leute mit einem in Interaktion treten, Kommentare posten, Mails schreiben, den Newsletter abonnieren, oder dich verlinken. Dann merkt man erst, dass man eine gewisse Reichweite hat.

Inzwischen hast du ja eine sehr große Fan-Gemeinde. Wie hast du deinen Blog bekannt gemacht?

In erster Linie über Google und Suchmaschinenoptimierung. Erst in den letzten 6-7 Monaten habe ich meine Bemühungen auf Social Media intensiviert.

Wie wichtig findest du soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und Twitter wenn es darum geht erfolgreich einen Blog zu führen?

Mittlerweile finde ich sie sehr wichtig. Persönlich kann ich mit Twitter nicht sonderlich viel anfangen und es scheint, so meine Erfahrung, für Rezepte nur bedingt geeignet. Facebook und Pinterest sind dagegen ideal. Instagram ist halt irgendwo ein eigener Mikrokosmos. Die Leute wollen die Plattform gar nicht verlassen. Trotzdem sollte man den Kanal nicht vernachlässigen, da er für das Mediakit nicht unwichtig ist und einem weitere Kooperationen mit Firmen ermöglicht.

Warst du schon Mal auf einem Blogger-Treffen, was hältst du von solchen Events?

Ich wollte neulich eines in Köln wahrnehmen. Dann hat sich aber gezeigt, dass die Teilnehmer ein anderes Bild vom Bloggen als ich haben und dann sah ich für mich keinen Sinn mehr darin.

Die Frage die alle interessiert: verdienst du auch Geld mit deinem Blog?

Ja, aber mehr als kostendeckend ist es nicht. Ich lehne allerdings auch viele Anfragen ab, da sie oftmals unpassend sind. Mir ist es wichtig, dass ich authentisch bleibe und alles vertreten kann, was ich veröffentliche. Ich habe allerdings auch einen tollen Job und blogge nur nebenbei. Deshalb muss ich auch nicht jedem Euro hinterherlaufen. Dennoch wäre es natürlich schön, vom Blog leben zu können, oder zumindest die Zeit im Büro zu reduzieren. Aktuell gibt es auf jeden Fall deutlich mehr Anfragen von Firmen, sodass ich jetzt ein Nebengewerbe gegründet habe. Für ein akzeptables Leben in Deutschland wird aber auch das nicht ausreichen. Andererseits finde ich es auch nicht erstrebenswert, als Digital Nomad in Thailand zu leben, so schön es dort auch ist. Denn viele Blogger, die davon leben wollen, müssen nun einmal in kostengünstigere Länder ausweichen.

Dein Rat für Blogger-Neulinge?

Bloggt zu einem Thema, an dem ihr Spaß habt. Geld sollte keinesfalls die Hauptmotivation sein, sonst werdet ihr am Ende sehr wahrscheinlich enttäuscht werden. Denn kaum ein Blogger kann davon leben, sofern er nicht in Asien wohnt und entsprechend weniger Geld benötigt.  Die allermeisten Blogger in Deutschland können nicht davon leben. Das soll aber nicht heißen, dass ihr aufgeben sollt. Wichtig ist nur, dass ihr eure Motivation aus euch selbst heraus und dem Spaß an der Sache bezieht. Das bedeutet aber nicht, dass ihr euch unter Wert verkaufen sollt. Falls euch also mal eine Firma ansprechen sollte, dann verramscht eure harte Arbeit nicht und nehmt ein vernünftiges Honorar.

Vielen Dank, Dominik für das tolle Interview. Besucht seinen Blog veganerezepte.eu und hinterlasst einen Kommentar.