Annika Bühnemann betreibt den Blog vomschreibenleben.de. Wie der Name des Blogs schon verrät, geht darum wie man mit Schreiben Geld verdienen kann.

Bitte stell dich und deinen Blog www.vomschreibenleben.de kurz vor

Auf “Vom Schreiben leben” schreibe ich über Themen, die Menschen interessieren, die mit dem Jonglieren von Buchstaben Geld verdienen wollen. Mein Fokus liegt hierbei auf Buchautoren für Belletristik und Ratgebern. Es geht hauptsächlich um die Bereiche Schreibtipps, Zeitmanagement/Motivation und Personenmarketing, aber ich habe auch einige Grundlagenartikel über Steuern, Versicherungen und so weiter, die Schriftsteller betreffen.

Wie lange bloggst du schon und was motiviert dich?

Der Blog ist im Juli 2014 online gegangen, aber ich blogge schon seit vielen Jahren, seit 2012 regelmäßig auf meiner Autorenseite annikabuehnemann.de. Ich habe davor aber auch schon Texte für andere Blogs verfasst.

Mich motivieren dazu hauptsächlich drei Dinge:

  1. Es ist eine Tätigkeit, die mir schon beim Ausführen unheimlich viel Spaß bereitet. Also selbst wenn niemand meine Texte lesen würde, hätte ich zumindest beim Erstellen nicht das Gefühl, zu arbeiten.
  2. Ich finde es toll, welche Möglichkeiten das Internet bietet, seine Meinung kundzutun und mit anderen darüber zu diskutieren. Ich habe einen Hang zur Selbstdarstellung, den ich damit gut ausleben kann.
  3. Diese Tätigkeit kann ich von überall auf der Welt aus ausführen, was mir sehr viel Freiheit bietet (Stichwort: Digitaler Nomade)

Gab es auch Momente in denen du deine Motivation verloren hast und Zweifel an deinem Blog hattest?

Nein, ehrlich gesagt nicht, weil ich mir gut überlegt habe, was der Blog bieten soll und kann und ob ich das leisten kann. Ich hatte noch nie keine Lust, einen Artikel dafür zu schreiben, aber ich habe ein anderes Problem: Dadurch, dass ich viele Projekte gleichzeitig am Laufen habe, rücken die Artikel auf meiner Prioritätenliste manchmal etwas nach unten und ich beschäftige mich eher mit meinem neuen Buch oder einem neuen Video, statt für den Blog zu schreiben. Aber damit komme ich gut klar, weil ich akzeptiert habe, dass meine Interessen immer phasenweise bei einem Projekt sehr stark sind, dann nachlassen und später wiederkommen.

Was hat dich dazu gebracht, mit dem Bloggen anzufangen?

Ich habe einen Blog gesucht, der meinen Ansprüchen genügt und mir das bietet, was ich suche, ohne dabei zu sachlich oder wissenschaftlich zu werden. Ich wollte einen Blog, bei dem ich mich geborgen und wie in einem Wohnzimmer fühle, der aber trotzdem eine große Bibliothek an tiefgehendem Wissen beinhaltet. Da ich das nicht gefunden habe, habe ich ihn selbst erschaffen.

Wie wichtig ist dir die Interaktion mit deinen Lesern?

Sehr wichtig. Ich rufe meine Leserinnen und Leser immer zur Interaktion auf und frage sie regelmäßig nach ihren Wünschen. So sind schon einige Artikel und Videos entstanden, weil sich “die Community” Informationen dazu gewünscht hat. Ich liebe das Internetzeitalter für seine Interaktionsmöglichkeit, auch wenn man natürlich nicht alles persönlich auf sich beziehen darf.

Wie lange hat es gedauert bis du deine ersten 1.000 Leser hattest und was ist das für ein Gefühl täglich so viele Menschen zu erreichen?

Das muss so nach etwa zwei Wochen gewesen sein – allerdings muss ich dazu sagen, dass ich ja nicht als unbekannte Person von Null angefangen habe, sondern bereits seit zwei Jahren in der Schreibzunft unterwegs war. Viele kannten daher schon meine Bücher oder mich als Autorin und sind aus Neugierde auf den Blog gekommen.

Es ist schwer zu beschreiben, wie es sich anfühlt, jeden Monat aufs Neue Tausende Menschen zu erreichen, weil man sich diese Masse einfach nicht vorstellen kann. Wenn ich z.B. auf einer Messe auf den Blog oder die Videos angesprochen werde, kann ich es immer kaum glauben, weil ich mir gar nicht vorstellen kann, dass “da draußen” tatsächlich Menschen sind, die wirklich meine Artikel lesen oder mein Gesicht auf ihrem Bildschirm ertragen. Irgendwie stehe ich dann immer ein bisschen fassungslos da.

Warst du schon Mal auf einem Blogger-Treffen, was hältst du von solchen Events?

Nein, leider noch nicht! Ich kann mir aber vorstellen, dass das sehr fruchtbar ist und immer einen Mehrwert bietet. Ich kann es nur mit Messen vergleichen, wo sich Schriftsteller treffen, und das empfinde ich immer als sehr motivierend und lehrreich. Wenn in meiner Nähe mal so ein Event stattfindet, würde ich auf jeden Fall hingehen wollen.

Auf deiner Webseite bietest du Coachings und Erstellung von Buchtrailern an. Verdienst du auch Geld mit deinem Blog, zum Beispiel durch gesponserte Beiträge oder Affiliate-Links?

Der Blog war von Anfang an darauf ausgelegt, langfristig sich selbst zu bezahlen, weil ich nicht einsehe, nur aus Spaß an der Freude meine spärlich bemessene Freizeit zu investieren, wenn ich dabei keinen finanziellen Output habe. Dabei ist es mir auch relativ egal, ob das jemand als geldgierig bezeichnen würde: Ich will meine Miete bezahlen, also sehe ich zu, dass ich Einnahmen habe.

Daher: Ja, ich verdiene mit dem Blog auch Geld mittels der Coachings und anderer Dienstleistungen und ich plane auch noch mehr in die Richtung, beispielsweise diverse E-Kurse und Bücher. Falls das jemand interessant findet: In meinem Newsletter berichte ich mehr darüber.

Über Affiliate-Links habe ich nur ganz wenige Einnahmen (deutlich unter 20 Euro im Monat).

Dein Rat für Blogger-Neulinge und alle, die vom Schreiben leben wollen?

Da habe ich mehrere Vorschläge:

  1. Informiere dich (z.B. mit Hilfe eines E-Kurses, so habe ich es gemacht) darüber, was ein guter Blog braucht, wie man einen guten Blog aufbaut und welche Fähigkeiten du persönlich erst weiterentwickeln musst, bevor es losgehen kann
  2. Rechne damit, dass es mindestens ein Jahr dauern wird, bis du erste Einnahmen siehst
  3. Gib nicht auf! Es wird manchmal schwierig werden, aber deine Zeitinvestition wird sich am Ende auszahlen. 8 von 10 Blogs werden keine zwei Jahre alt – deiner wird es schaffen!