Franzi von coconut-sports.de ist Online-Redakteurin und Teilzeit-Flugbegleiterin und hat sich Zeit für unsere Fragen genommen.

Bitte stell dich und deinen Blog kurz vor

Mein Name ist Franzi, ich bin 27, komme aus München und arbeite als freie Redakteurin und Teilzeit-Flugbegleiterin. Auf meinem Blog Coconut Sports dreht sich alles um die Themen Sport und Reisen. Manchmal schreibe ich aber auch einfach nur das auf, was mir gerade so durch den Kopf geht.

Wie lange bloggst du schon und was motiviert dich?

Coconut Sports ist im Februar 2014 live gegangen. Allerdings ist die Seite erst seit September 2014 ein klassischer Blog. Ursprünglich wollte ich nur ein paar Dinge ausprobieren, die ich mir in meinem letzten Job aus dem Bereich SEO und Online-Marketing angeeignet hatte. Dann habe ich aber immer mal wieder Artikel über meine Reisen und sportlichen Aktivitäten einfließen lassen, die aus irgendeinem Grund relativ viele Leser angezogen haben. Am Ende hat mir das Ganze dann so viel Spaß gemacht, dass ich einfach bei dieser Richtung geblieben bin.

Am meisten motiviert mich der Moment, wenn ich auf “Veröffentlichen” klicke und der Blogartikel dann auf meiner Seite erscheint. Ich finde es ganz wunderbar, wenn du deine Arbeit am Ende des Tages auch greifen kannst und weißt, was du gemacht hast. Total cool ist aber natürlich auch das Gefühl, nach und nach mehr Leser und immer mal wieder ein paar nette Kommentare und Mails zu bekommen.

Gab es auch Momente in denen du deine Motivation verloren hast und Zweifel an deinem Blog hattest?

Na klar, die gab es ständig. Mit den steigenden Besucherzahlen wurden es zum Glück immer weniger. Aber am Anfang habe ich mich schon oft gefragt, ob sich überhaupt irgendein Mensch auf diesem Planeten für mein Geschreibsel interessiert.

Dann überlege ich natürlich auch oft, ob ich die vielen, vielen Stunden, die ich mit dem Blog verbracht habe, nicht so viel besser hätte nutzen können. Einmal habe ich mir ausgerechnet, wie viel ich in der Zeit verdient hätte, wenn ich zum Beispiel in einem Café gekellnert hätte. Von dem Geld hätte ich schon eine halbe Weltreise machen können…

Was hat dich dazu gebracht, mit dem Bloggen anzufangen?

Eigentlich waren es die vielen Bilder, die ich von meinen Reisen mitgebracht habe. Die wollte ich einfach möglichst vielen Menschen zeigen und meine Geschichten dazu erzählen. Trotzdem habe ich mich ganz lange gefragt, ob die Welt wirklich noch einen weiteren Blog braucht. Aber dann wollte ich unbedingt diese eine Nische besetzen: Reisen in Verbindung mit Sport ist meiner Meinung nach bisher immer ein bisschen zu kurz gekommen. Dabei sind Sport- und Aktivurlaube für mich die schönste Art, einen neuen Ort kennenzulernen.

Wie wichtig ist dir die Interaktion mit deinen Lesern?

Wahnsinnig wichtig. Ich beantworte jeden einzelnen Kommentar auf meinem Blog und bin auch in den sozialen Medien total aktiv. Besonders viel Spaß machen mir Twitter und Instagram. Facebook ist eher so ein notwendiges Übel – die werden es wohl wirklich noch schaffen, alle ihre Mitglieder zu vergraulen.

Wie lange hat es gedauert bis du deine ersten 1.000 Leser hattest und was ist das für ein Gefühl täglich so viele Menschen zu erreichen?

Gute Frage, das weiß ich gar nicht mehr so genau. Vielleicht so zwei Monate oder ein bisschen länger? Die ersten Monate waren wirklich sehr zäh, aber das ist wohl bei den meisten Webseiten so. Ich staune wirklich oft, wie viele Menschen sich mittlerweile auf meinen Blog verirren. Im Vergleich zu anderen Seiten ist er natürlich immer noch winzig, aber ich freue mich trotzdem unglaublich über jeden einzelnen Besucher.

Warst du schon Mal auf einem Blogger-Treffen, was hältst du von solchen Events?

Meine bisherigen Blogger-Treffen kann ich an einer Hand abzählen. Absolut empfehlen kann ich aber auf jeden Fall die TBEX. Zwar hat mich dieses Event (trotz vieler Workshops, Vorträge etc.) fachlich überhaupt nicht weitergebracht. Aber man lernt einfach so viele, spannende Leute kennen und kann sich austauschen und inspirieren lassen. Außerdem gibt es jeden Abend coole Partys und unglaublich viele Touren und Aktivitäten für die Teilnehmer.

Davon abgesehen fühle ich mich auf solchen Veranstaltungen aber oft fehl am Platz. Für mich ist die ganze Bloggerei einfach kein todernstes Thema sondern ein Hobby, das Spaß bringen soll. Deshalb möchte ich auch keinen “Kodex” unterschreiben oder an Round Tables über Sinn und Unsinn von Kooperationen diskutieren. Das soll einfach jeder so halten, wie er es mag (Google haut dir schon auf die Finger, wenn du dich nicht an die Regeln hälst).

Die Frage die alle interessiert: verdienst du auch Geld mit deinem Blog?

Mittlerweile verdiene ich ein bisschen Geld mit dem Blog. Hauptsächlich mit Affiliate-Links aber auch hin und wieder mal mit einem gesponserten Post. Von Google AdSense habe ich mich schnell wieder verabschiedet. Dafür, dass die Anzeigen den ganzen Blog verunstalten, kommt da einfach nicht genug rum. Leider bin ich noch weit davon entfernt, von meinen Blogeinnahmen leben zu können. Aber ein großer Traum wäre das schon.

Dein Rat für Blogger-Neulinge?

Auch wenn ihr es kaum erwarten könnt, mit dem Bloggen loszulegen: Startet von Anfang an professionell. Geht zu WordPress, gebt ein paar Euro für ein anständiges Theme aus oder fragt mal im Bekanntenkreis, ob euch nicht ein Webdesigner oder Entwickler beim Blogaufbau helfen kann. Auf keinen Fall solltet ihr einfach planlos anfangen zu basteln und Plugins zu installieren. Spätestens wenn es euch später nach jedem Update den ganzen Blog zerschießt, werdet ihr das bereuen. In den Bereichen SEO, Fotografie und Bildbearbeitung solltet ihr euch zumindest Grundkenntnisse aneignen. Ich arbeite am liebsten mit Photoshop, aber Lightroom ist auch eine gute und vor allem günstige Alternative.